Work & Travel Spezial

Posted 19.06.2015 by Matthias Wagener & filed under Working

Concarneau, Loctudy, Lorient
vs

Concarneau, Barcelona, Hamburg, Leipzig, Dresden, Lorient
Zehn Tage sind aus unterschiedlicher Perspektive unterschiedlich schnell erzählt:

Variante 1: in 2,5 Stunden Maren von Concarneau nach Nantes zum Flughafen gefahren, zurück im gleichen Tempo und schon war die Crew der VAST um 50% kleiner.

Für die verbleibende Besatzung warten gemischte Aufgaben: neben der täglichen Arbeit am Rechner ein Großeinkauf, ein Berg Wäsche und Optimierungen am Boot.

Für Einkauf und Wäsche wird die restliche Mietzeit des Autos genutzt. Leider ist der Weg von den Parkplätzen bis zum Gast-Liegeplatz recht lang — die wenigsten Gastcrews benötigen Parkplätze… Aber dafür gibt es hier in Frankreich in den Marinas offensichtlich so blaue, genormte Karren. Damit klappt sogar der Großeinkauf in einem Rutsch.

Spannend: die Räum-Arie wird vom ersten Besuch des Französischen Zolls unterbrochen. 6 Mann kommen an Bord… Nach den üblichen Fragen nach Bargeldbeständen über 10.000€ (non) oder anderen zu verzollenden Waren (non) durchsuchen zwei Kollegen das Schiff, einer schaute sich draußen um, die anderen drei diskutierten den Papierkram. Total: ca 25 Minuten, dann zogen sie fröhlich winkend wieder ab. Ob das in Zukunft auch immer so locker wird.

Nach der Hausarbeit werden die Zeitpläne mit der Werft abgestimmt: VAST muss zurück nach Loctudy, dort für einige Stunden aus dem Wasser und nach wenigen Optimierungen und Check der Opferanoden wieder ins Wasser.

Also geht es Solo bei unpassendem Wetter und Wind zwischen 25 und 30 Knoten zurück. Mit entsprechender Vorsicht und freundlicher Hilfe beim Anlegen in Loctudy klappte das ohne Blessuren. Schön: die Helfer sind die Crews von vier Booten, die uns seit Roscoff “begleiten” und hier auf ihr Wetterfenster für die Biskayaquerung warten.

Der “VAST Tag” verläuft dann unaufgeregt: Jean-François Delvoye, geistiger Vater aller Boréals, weiß, was er tut. Schön, ihm bei der Arbeit zuzusehen 🙂 Wie geplant geht VAST per Anhänger aufs Trockene und 3 Stunden später wieder zurück ins Wasser. Neben dem Tausch der Anoden am Propeller und Ausbessern von drei kleinen Stellen am Unterwasseranstrich gibt’s keine Beanstandungen — für den vierten Monat sieht das Unterwasserschiff blendend aus. Parallel wird der Sitz der Kielachse optimiert und ein nervender Pumpensensor getauscht. Sechs Stunden total inklusive Mittagspause – das ging fix.

Leider gibt es keinen Liegeplatz im Hafen, also geht es an eine Boje und das Dinghy muss wieder dienstbereit gemacht werden… Das lohnte sich diesmal, denn es kündigt sich kurzfristig Besuch aus der Heimat an —Susanne und Matthias C. Reisen per Wohnmobil und machen einen Abstecher zur VAST. Die Beiden liefern frisches Baguette und Croissants und es gibt ein schönes Frühstück/Brunch “mit alles”.

Schön, dass ihr da wart!

Als am dritten Tag der Wind zurück geht wird’s Zeit, VAST nach Lorient zu segeln, eine Strecke von weniger als 40 Seemeilen. Es ist bedeckt, etwas zu wenig Wind für VAST, aber dafür begleiten uns wieder einmal mehr als 20 Delfine bis kurz vor die Île de Groix an der Einfahrt nach Lorient. Super. Außerdem liegt in Lorient gerade die Regatta-Flotte des Volvo Ocean Race! Sehr super!

Über Lorient als Ort können wir gar nichts berichten, aber Kernevel und der sich anschließende Badeort sind mit ihren schönen Stränden und kleinem Zentrum empfehlenswert. Hier lohnen sich Fahrräder, beim Hafenmeister gibt es welche!

Nach zwei Tagen trudelt auch endlich der Flieger aus Paris ein und machte die Crew wieder vollzählig. Außerdem ist die Volvo Ocean Race Flotte zu verabschieden und wir genehmigen uns zwei Besuche im Race Village, das wir ja aus Alicante schon kennen — lecker gegessen, tolle Boote gesehen und ein kleines Bisschen Regattafieber erlebt. Sehr gut.

Womit wir bei Variante 2 für den 10 Tage-Blick sind: ab Nantes ging es zu einem Ladys Mentoring Treffen nach Barcelona — Netzwerk pflegen und ein erfolgreicher Master Minding Workshop waren die Aufgaben, beides kann als Erfolg verbucht werden 🙂 Weiter ging es für 3 Tage nach Hamburg, 2x Status im Office und 4 Kundenmeetings wechselten sich ab, bevor es zum Netzwerken nach Leipzig weiterging. In Leipzig und Dresden gab es dann eine Mischung aus Kunden-und Entwicklermeetings und eine Stipvisite bei Freunden und den Eltern. Dann war es schon wieder Zeit, ans Reisen zu denken, via Düsseldorf und Paris (inkl. berüchtigtem Flughafenwechsel) ging es zurück nach Lorient.