24. Video-Log // Heading North – 900 miles from Corfu to La Grande-Motte

Posted 24.01.2018 by Matthias Wagener & filed under Under way

≈≈≈ ENGLISH VERSION BELOW ≈≈≈

Und dann ist es plötzlich wieder soweit, nach einer großartigen Zeit in Griechenland ist die Saison vorbei. Uns bleiben 900 Meilen zu segeln, denn wir haben eine Verabredung in La Grande-Motte in Frankreich.

VAST muss repariert werden, die Elektronik des Autopiloten ist immer noch nicht bei 100% seit Korfu am Anfang der Saison – zwar haben wir den Autopiloten zum Laufen gebracht, wir brauchen aber einen Französischen Profi, um das NKE-System wieder fein zu bekommen.

VAST muss gereinigt werden, innen und außen nach einer langen Sommersaison und einer hoffentlich erfolgreichen Überfahrt nach La Grande-Motte.

Aber, das Wichtige zuerst, so haben wir unseren Törn nach Nord-Westen geplant:

Leg 1: wir starten in Gouvia und segeln 265 Meilen mit Ziel Tropea am Italienischen Festland, und zwar so, dass wir die Straße von Messina bei Tageslicht und mit für uns „richtigem“ Tidenstrom passieren.

Leg 2: nach zwei Tagen(maximal) in Tropea starten wir für 360 Meilen in Richtung Bonifacio/Corsica, wo wir für weitere zwei Nächte unserem Lieblingsrestaurant und Weinbar einen letzten Saisonbesuch abstatten wollen.

Leg 3, Wetter abhängig (wie immer): wir gehen von Bonifacio direkt nach La Grande-Motte, another 290 miles. „Wetter abhängig“ bedeutet, dass wir ein ganz besonderes Auge auf die Wetterentwicklung haben werden, denn die letzten zwei Querenden des Golfe Du Lion waren eher unangenehm, mit bis zu 4 Meter Welle (im Januar 2017) oder schlicht gegenan, bei viel Wind und Welle und ohne Autopiloten (im Juli 2016). Und unserem Autopiloten vertrauen wir diesmal zu vielleicht 75%…

Es ist ja eher ungewöhnlich für uns, dass wir “so viele” Meilen in “so kurzer Zeit” segeln. Uns ist absolut bewusst, dass wir keine Rekorde aufstellen – wir mögen es sogar so. Jedenfalls freuen wir uns auch auf diese Abwechslung und bereiten uns entsprechend so vor, dass wir ohne lange Zwischenstopps zur Not auch direkt bis nach La Grande-Motte durchsegeln können.

Das ist allerdings nicht nötig, das Wetter passt und unsere Zeitplanung auch. Wir gehen genau richtig durch die Straße von Messina und erreichen den nördlichen Ausgang genau, als die Tide kippt und erste  Eddies und kleinere stehende Wellen entstehen. Da der Wind weg ist, motoren wir unbehelligt hindurch und steuern Tropea an – unser erster Aufenthalt am Italienischen Festland!

Tropeas Marina ist niedlich, es ist kaum noch etwas los, hier gehen jetzt im Oktober die  Boote aus dem Wasser und wenige Charterboote sind noch von hier aus unterwegs zu den Äolischen Inseln. Überhaupt ist hier fast alles auf Tagestouren zum Stromboli ausgerichtet, dabei ist Tropea selbst auch sehr schön – wenn auch etwas marode, aber doch charmant.

Nach zwei Tagen starten wir auf den langen Schlag nach Bonifacio, die Vorhersage behält Recht und wir müssen lange Strecken unter Maschine laufen, der Wind kommt eher schwach direkt auf die Nase. Entsprechend belanglos ist die Überfahrt – wenn auch unter leichtem Zeitdruck, da für die 2-3 Tage nach der geplanten Ankunft auf Korsika Mistral angekündigt ist. Da wollen wir es vorher noch fix durch die Straße von Bonifacio schaffen und in den folgenden drei Nächten das Schlimmste aussitzen.

Auch dieses “Manöver” klappt wie geplant, zwar ist die Marina voll belegt wegen der “Rund-Korsika-Regatta”, aber wir quetschen uns nach Ansage des Marina-Office zwischen zwei Rennziegen.

Obwohl Bonifacio immer ein Erlebnis ist, machen wir uns am dritten Tag wieder auf den Weg – der Mistral hat sich Zeit gelassen und es soll noch für 48 Stunden aus OSO wehen, für uns optimal als Richtung, in der Stärke mit bis zu 30 Knoten eventuell etwas anstrengend. Der Törn wird entsprechen rumpelig, die See ist ziemlich wild und läuft mit fiesen Kreuzseen, nachdem wir die Abdeckung Korsikas verlassen haben. Gleichzeitig toben westlich von uns Gewitter und wir sind froh, dass sie mit dem Wind schneller abziehen, als wir segeln können. Wir erreichen La Grande-Motte nach etwas mehr als 48 Stunden, etwas durchgeschüttelt aber ganz entspannt – zwar kann sich das Hafenbüro hier nicht an unsere Reservierung erinnern, aber nach gutem Zureden und einigen Kringeln im Hafen sind wir gegen 11:00 fest am Liegeplatz.

Am Ende waren es etwas über 938 Seemeilen, die wir in 7 Tagen von Korfu nach La Grande-Motte unterwegs waren. Ein sehr schöner Überführungstörn, der auch gezeigt hat, dass Zeit- und Wetter-Planung auch mal funktionieren können. Denn das ist ja nicht immer so.

 

≈≈≈ ENGLISH VERSION ≈≈≈

 

And just like that the season is ending. Now there’s just 900 nautical miles left to go to be in time for an appointment in LA Grande-Motte, France.

VAST has to be repaired: the electronics are messed up since Corfu–we managed to get the autopilot running, but we need a French specialist for the NKE-system to get things done properly.

Then VAST has to be cleaned inside and out after this  long summer and (hopefully) a successful trip from Gouvia to La Grande-Motte.

But first things first, our trip is planned as follows:

Leg 1: from Gouvia/Corfu we sail 265 nautical miles to Tropea/Italy, planned in a way that we pass Messina Strait in daylight and with favorable tides.

Leg 2: after two days (max.) our second leg of 360 miles brings us to Bonifacio/Corsica where we spend another one or two nights, giving us the chance to enjoy our favorite restaurant and bar again.

Leg 3 (weather allowing as always): we head from Bonifacio directly to La Grande-Motte. “Weather allowing” means to be smart in planning, as our last crossings of the Golfe du Lion have been quite rough. And we have to do this trip with a semi reliable auto pilot.

Looking at that list we realize that it’s rather unusual for us, to sail so many miles in such a short period of time. We know we are not setting any records – and we do like it that way. Anyway, we prepare the boat and stock up accordingly, so that we could also sail to La Grande-Motte without any stops.

In the end that’s not necessary, weather and scheduling fit quite well, and we reach Messina Straits’ north exit as tide shifts and first eddies and smaller standing waves emerge. As the wind had died earlier, we motor on, headed for Tropea – our first stay on the Italian mainland!

Tropeas marina is nice and almost empty, first boats are already hauled out of the water and theres just a few charter boats out, planning to visit the Aeolian Islands. Tropea itself is very nice –  a little ailing perhaps, but charming.

After two days we start our long leg across the Tyrrhenian Sea to Bonifacio. The forecast turns out to be accurate, bringing weak winds directly on the nose, so we again have a long run under engine. We’re under slight time pressure, as there should be Mistral building up, around 2-3 days after our planned arrival on Corsica. So we push to make it through the Bonifacio Strait, to be able sit out the worst for the following days.

Our “maneuver” works as planned, but the marina is full because of the “Round Corsica Regatta”. We squeeze VAST into a small berth between two racing yachts, as asked by the Marina staff.

Bonifacio is always worth a visit, but we nevertheless leave after the second night – and after fueling up on diesel again. The forecasted Mistral was delayed, instead it should blow from ESE for the next 48 hours – optimal direction to cross the Golfe Du Lion, in the beginning with up to 30 knots, than forecast to die down as we reach the french mainland. So the the trip is a bit rolly from the start, sea state is pretty wild and runs nastily in cross waves when we leave the cover of Corsica. At night, thunderstorms are raging west of us, we are glad that they are much faster than we can sail. We reach La Grande-Motte after 48 hours, a bit shaken but still quite relaxed.
The marina staff couldn’t remember our reservation, but after some persuasion and a couple of ‘doughnuts’ in the marina, we finally tie the lines at 11:00.

In the end we covered about 938 nautical miles from Corfu to La Grande-Motte, it took us 7 sailing-days.

It’s been a very nice journey, and we’re happy with time and weather planning. Sometimes it just turns out right. Sure enough that’s not always the case when sailing!