32. Video Log // Cala De ‘Medici to Naples, Sailing the Islands with Squalls

Posted 06.01.2019 by Matthias Wagener & filed under Anchorage

Podcast Link: https://www.zukunftderarbeit.de/2018/11/20/die-segelnde-chefin/

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Das Segeln zwischen Cala De ‘Medici und Neapel ist super –  um die Inseln ankern wir in super schönen Buchten, machen tolle Landausflüge und haben tolle Gäste, inklusive unseren Eltern zum Saiaonabschluss in Neapel. All das könnt ihr im Video sehen.

Aber, wir möchten an dieser Stelle mal über das Wetter reden: der Sommer 2018 war heiß und das Mittelmeer offensichtlich ungewöhnlich warm. Gepaart mit einer ebenso ungewöhnlichen Verteilung der sonst üblichen Hoch- und Tiefdruckgebiete konnten so viele Gewitterzellen entstehen, die immer auch drehenden Starkwind und üblicherweise Regen und Donner (ungefährlich) und Blitze (potentiell gefährlich für uns) bringen.

Ab Elba bedeutete das für uns Umsicht und Planung bei der Wahl der Ankerbucht, manchmal auch einfach ein Verlegen in – vermeintlich – geschützte Häfen.

Rund um Elba entstehen die meisten dieser Zellen in Küstennähe, sobald die Luft über den Tag ausreichend Wasserdampf und damit Energie aufgenommen hat; am Nachmittag geht es dann oft sehr schnell und die Gewitter/Squalls bewegen sich östlich von Elba in Richtung Süden, bevor sie am Spätnachmittag ihre Ladung wieder loswerden wollen.

Eine dieser Gewitterzellen suchte die Ankerbucht von Giglio heim, innerhalb weniger Minuten steht ein gefährlicher Schwell mit drehendem Starkwind in der Bucht,  viele Boote gehen an diesem Nachmittag auf Drift und sind gezwungen auszulaufen. Unter anderem zeigt der heftige Südsturm Ende Oktober in Rapallo, was das Mittelmeer zu bieten hat.

Vor einer der absehbaren Kaltfronten, die einen für die Italienische gefährlichen West-Sturm ankündigt, verstecken wir uns in einem Hafen – wir sind noch auf Ponza und wollen eigentlich nach Gigio oder Santo Stefano – aber die Marinas haben keinen Patz und die Buchten sind für unseren Geschmack erstens zu offen und zweitens immer sehr voll – sprich, zu gefährlich für wirklich stürmisches Wetter. Also suchen wir weiter und bekommen dann eine Zusage in Riva Di Traiano, einem kleinen Hafen südlich von Civitavecchia. Da besucht uns dann Lars, der die New Work-Konferenz „WorkAwesome“ in Berlin ausrichtet und kuratiert, bei der wir im Herbst dabei waren.

Bevor Lars ankommt wettern wir den Sturm im Hafen ab. Leider ist Riva Di Traiano nicht optimal bei dieser Windlage – der Nordwest sorgt für Schwell und Sog im Hafen, wir unterstützen nachts Nachbarlieger, die Probleme mit ihren Mooringleinen haben und mit dem Heck an den Steg schlagen. Gemeinsam können wir das Boot ausreichend sichern – die arme Crew hatte erst eine Woche zuvor in Rom im Hafen einen Blitzschlag mit anschließendem Feuer an Bord überstanden – sprachen wir schon von den Gewitterzellen? Interessant auch, dass die Yacht mit 36 Fuß Länge zu den eher kleinen Booten gehört und trotzdem, umgeben von deutlich höheren Masten, von einem Blitz „ausgesucht“ wurde… Wir bleiben also einfach bei unserem Standardprozedere: Im Gewitter kommen Mobile- und Satelliten-Telefone, Laptops und Tablets in den Ofen.

Die Vermeidungsstrategie bedeutete zwar immer wieder Umankern, funktionierte aber super am Ende. Und wir hatten trotz der Gewitterhäufing ein tolles Segeljahr: unsere Gäste konnten ohne Zwischenfälle und mit immer ausreichend Sonnenschein mit uns segeln!

Darüber hinaus war die Inselwelt zwischen Toskana und Neapel großartig – auch wenn wir „nur“ Elba, Ponza, Ischia und Procida besucht haben! Ganz zu schweigen vom Essen. Und natürlich den netten Menschen, die mit uns unterwegs waren und denen wir überall begegnet sind!

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Cala De ‘Medici, the marina where Yvonne and Franzi have visited us already, was a nice start to get to the Tuscan Archipelago – VAST was focussing on Elba, because Elba is so beautiful!

But at this point we have to start talking about the weather: summer 2018 was hot, the Mediterranean unusually warm and so there were many squalls (thunderstorm cells) that always bring lots of turning winds plus the usuall thunder (harmless) and lightning (potentially dangerous to yachts). At any rate, these conditions require foresight and planning when choosing the anchorage, sometimes even hasty new decision making.

While we are on Elba most of these squalls appear close to the coast, then develop very fast and move east of Elba to the south.

One of these thunderstorm cells hit the anchor bay of Giglio, within a few minutes dangerously breaking waves and turning strong winds hit the bay, many boats go adrift this afternoon , some are forced to leave the bay. Among other incidents, a violent southerly storm hit Rapallo in late October, which showed what the Mediterranean has to offer.

Another one of the more foreseeable cold fronts, promising a dangerous westerly storm for the Italian west coast, forced us to hide in a marina. We were still on Ponza and actually wanted to head to Gigio or Santo Stefano – but the Marinas were already overbooked and the bays for our taste not protected enough and always very crowded. So we continued searching and then got a commitment in Riva Di Traiano, a small port, just south of Civitavecchia.

That’s where Lars will visit VAST. Lars organizes and curates the New Work conference “WorkAwesome” in Berlin, where we will also were attending later in November.

But before Lars arrives we sit out the storm in the marina. Unfortunately, Riva Di Traiano was not the optimal choice for these conditions – the northwestly provides ugly swells and surge in the marina. The second night we support neighbors, who have problems with their mooring lines and bang their stern on the jetty. Together we are able to secure the boat sufficiently. The poor crew suffered a lightning strike only a week before that down in Porto Di Roma, followed by fire on board (did we already talke about thunderstorm cells?) It is also interesting that their 36-foot yacht is one of the smaller boats and still “picked” by lightning, surrounded by much higher masts …

To finish this weather-chapter: our avoidance strategy meant steady re-engagement,  but it worked great in the end. And: our guests could sail with us without incident and with still sufficient sunshine!

The islands between Tuscany and Naples are incredible – even if we “only” visited Elba, Ponza, Ischia and Procida! Of course what we loved most were the nice people who traveled with us and whom we met everywhere!