18. Video Log – Corsica, August 2016

Posted 11.04.2017 by Matthias Wagener & filed under Sailing

=== ENGLISH VERSION SEE BELOW ===

Eigentlich wollten wir die Île de Porquerolles und den Parc national de Port Gros nicht verpassen. Aber dann war da ein 48-stündiges Wetterfenster zwischen zwei Mistral-Lagen, das wir gleich für unseren Törn nach Korsika genutzt haben.
Die Überfahrt von Giens/Ile de la Redonne nach Calvi war in 24 Stunden geschafft. Raumer Wind zwischen 2 und 5 Beaufort schob uns durch die Nacht und wir hatten einen tollen Sonnenuntergang und grandiosen Sonnenaufgang.

Erster Stop war Calvi, aber die Marina hatte keinen Liegeplatz für uns – eine der vielen Mooringbojen war uns ebenso recht und wir ließen uns von den Marineros eine zuweisen.
Wir erkundeten die Altstadt und brachten mit dem Dinghy gleich unseren Müll ans Ufer. Calvi nutzt den knappen Raum am Wasser mit einer beeindruckenden Bar- und Restaurantdichte. Ganz schön touristisch, die Uferpromenade, und die Boote liegen direkt mit dem Heck an den Cafés. Im Nachhinein waren wir froh, „draußen“ an der Boje zu liegen. Auch der “Sound” aus dem Club unterhalb des Castels war aus der Distanz besser zu ertragen.

An Tag 2 legte der angekündigte Mistral los. Leider ist die Bucht nach Nordwesten gänzlich offen, der Schwell läuft, von einem kleinen Kap leicht abgelenkt, direkt durchs Mooringfeld. Besonders interessant war, dass die Boote mehr oder weniger quer zum Schwell sTandem – schaut euch einfach das Video an 🙂 Das Arbeiten wurde jedenfalls zu einer echten Herausforderung! Mehr als zwei Tage dauerte es, bis es wieder ruhiger wurde und wir noch einen Landgang wagten.

Calvi, eine tolle Stadt – aber nach den 5 Tagen waren wir froh, weiter zu kommen.

Die nächste Station war eine kleine Bucht im Golf von Girolata, mit so etwas wie einem „Hafen“ in einer wirklich schönen, malerischen Bergkulisse. Satt grüne Hänge, blaues Wasser, zwei kleine Strände, keine Autos: großartig!

In Girtolata werden die Boote zwischen einer Bug- und einer Heckboje ordentlich in Hauptwindrichtung ausgerichtet. Man liegt absolut geschützt, zwar relativ nah an den Nachbarn, aber die sind ja auch ordentlich vertäut, sodass nichts schiefgehen kann!
Am größeren „Hauptstrand“ finden sich Cafés, Restaurant, Bars, ein kleiner Laden mit Krimskrams-Souveniers, und eine Art Campingplatz mit Grillplatz und Hütten für diejenigen, die zu Fuß über die Insel wandern. Ach, und Kühe liegen am Strand herum, deren Aufgabe wir nicht so ganz verstanden haben.
Alles Weitere wird hier per Boot erledigt: kleinere Ausflugsboote bringen die Tagestouristen und alles, was hier angeboten wird, wird an einem kleinen Steg entladen und verteilt.
Uns gefiel der etwas raue Charme der Bucht, wir hätten es auch noch etwas länger ausgehalten.

Aber der Süden rief und wir segeln weiter nach Ajaccio, der Geburtsstadt Napoleons. Wir treffen hier ein Schwedisches Boot wieder, Saloma, ein Schoner, der auch den Winter 2015/16 in La Linea verbracht hat. Immer wieder schön diese Zufälle im kleinen Mittelmeer 🙂
Ajaccio schien gerade Treffpunkt einer Klassiker-Regatta zu sein, jedenfalls hatten wir unseren Platz nur für drei Tage, VAST lag dafür aber zwischen sehr schönen Holzyachten, alle von den Crews herausgeputzt und offensichtlich für die nach uns nach anreisenden Eigner(-Paare) vorbereitet.
Tatsächlich ist der Hafen aber nicht wirklich gut geschützt und ziemlich schwellig. Wir proviantieren und drehen eine Touri-Runde vorbei an Napoleons Geburtshaus, verzichten aber auf den Besuch im Museum.

Nach dem Einkaufen segelten wir gemeinsam mit Saloma weiter und gingen für eine Nacht in der Bucht am Plage de Tralicetu vor Anker. Es wurde jetzt klar, dass uns der Wind hier auf der Westseite einen Strich durch weitere Ankerpläne machte. Also disponierten wir um und erklärten Bonifacio zum nächsten Ziel
Früh am nächsten Morgen war Saloma schon verschwunden, sie wollten noch bis nach Sardinien kommen, außerdem stand schon der nächste Mistral in den Startlöchern.
Auch wir machten uns auf den Weg, bei raumen 5 Beaufort segelten wir die 20 Meilen bis zum Anlegen in 4 Stunden – super.
Die Hafeneinfahrt von Bonifacio mussten wir dann erstmal finden, denn aus der Distanz ist der Felseinschnitt schlecht zu erkennen – wenn man sie gefunden hat, ist die Einfahrt dafür spektakulär, wie wir finden.
Klar, der Hafen war natürlich voll, auf unsere schriftliche Anfrage gab es nur eine Absage – vielleicht sind wir zu klein? (oder zu spät, wer weiß).
Aber wir bekamen einen Platz in der Calanque, direkt in der Einfahrt zum Hafen. Und für 25 EUR pro Nacht ein echtes Schnäppchen!
Nach Bonifacio fahren wir einfach mit dem Dinghy, vorbei an den aufgereihten Mega-Yachten. Wir entdecken die Stadt, die Burg und die Steilküste und wundern uns in (nicht) über die Mond-Preise für Obst und Gemüse. Vielleicht sind wir aber auch einfach nicht die “normale” Klientel: neben uns sind es hier vor allem die Service-Crews der Superyachten, die das Einkaufen übernehmen.
Aber Bonifacio ist auch einfach super schön und wir genießen die Auswahl an wirklich guten Restaurants vor Ort. Korsika, speziell Bonifacio gehört eindeutig zur Kategorie „noch mal wiederkommen“! Wir freuen uns drauf! Aber auch unser nächstes Ziel war etwas ganz Besonderes: auf nach Sardinien!

 

=== ENGLISH VERSION ===

Actually we did not want to miss the Île de Porquerolles and the Parc national de Port Gros. But then there was a 48-hour weather window between two Mistral locations, which we immediately used for our trip to Corsica.
The crossing from Giens / Ile de la Redonne to Calvi was completed in 24 hours. Raumerwind between 2 and 5 Beaufort pushed us through the night and we had again a great sunset and grandiose sunrise.
VAST was restored, the autopilot and the water pump did their job and we were looking forward to Corsica! We imagined the island, and we were looking forward to the anchor bays on the west coast in the direction of Bonifacio and finally Sardinia.

First stop was Calvi, we took a mooring because the marina was crowded.
We used the first day to explore the old town and took our waste to shore with the dinghy. If you ever come here, you’re ‘lol find the whole shore line packed with bars and restaurants, boat in the marina moore directly in front of that busy place. In hindsight, we were glad to be “outside” at the buoy. Also the “sound” from the club below the Castel was better to bear from a distance.

On day two the Mistral kicked in again. Unfortunately, the bay is quite open to the northwest, swells run in directly through the mooring field. Quit interesting: all boats ly more or less across to the incoming waves – just take a look at the video 🙂 Working on board was certainly a challenge for those two days!

Calvi, a great city–but after those 5 days we were glad to leave for new adventures.
Next stop was a small bay in the Gulf of Girolata, offering a really small “port” in a really beautiful, picturesque mountain scenery. Pale green slopes, blue water, two small beaches, no cars: great!
In Girtolata, the boats lay between a bow and a tail buoy, properly aligned, bows pointing into the main wind direction.
On the larger “main beach” you find cafes, restaurants, bars, a small shop with crispy souvenirs, and a campsite with barbecue and huts for those who hike on the island. Oh, and you find cows on that beach, whose purpose we have not quite understood.
Everything is done here by boat: smaller excursion boats bring in day tourists, and everything that is offered here is brought by boat, unloaded on the small dock and distributed to the shops.
We liked the somewhat rugged charm of the bay, we could have stayed a bit longer.
But the south called and so we headed for Ajaccio, Napoleon’s birthplace. In Ajaccio we met a Swedish boat again, Saloma, a schooner, who also spent the winter 2015/16 in La Linea. Always nice to realize how small the Mediterranean is 🙂
Ajaccio was the meeting place for a classic regatta: the marina was packed (again) an we only were allowed to stay for three days. But VAST was moored between very nice wooden yachts, cleaned and polished and prepped by the crews for the arriving owners.
All in all, the port is not really well protected and quite rolly. We checked out the old town and payed Napoleon’s birthplace a visit, the, after provisioning, we sailed on, together with Saloma. We stayed a night at anchor in the bay at “Plage de Tralicetu”.

Here we realized, that the Mistrals every two to three days were ruining our plans to explore more of these nice bays. So we adjusted and set sails for Bonifacio.
Saloma had already disappeared early in the morning, they had to reach Sardinia, and the next Mistral was already in the starting holes.
At 5 Beaufort we sailed the 20 miles in less than 4 hours – super.
At Bonifacio first thing is to find the port entrance, because from the distance the it’s hard to see – if one has found it, the way in is spectacular!
Again the port was full, our email request was rejected straight away – maybe VAST is too small? (Or we were just too late, who knows). But we got a place in the Calanque, right in the entrance to the port, and for 25 EUR per night a real bargain!
We simply took the dinghy to the shore, passing by all the mega yachts (which always seem to find a place to moore…).

Of course, we explore the old city again (awesome!), climb the cliffs at the coast and wonder (not) over the ‘moon’ prices for produces. Maybe we are just not the “normal” clientele: we do our provisioning among all the service crews of the mega yachts. We discuss having staff, too!

Bonifacio is just super nice and we enjoy the selection of really good local restaurants. Corsica, specifically Bonifacio is definitely one of the “return” categories and we’re looking forward to it!