11. Video Log – Winter in Gibraltar/La Línea de la Concepción, November 2015 – February 2016

Posted 30.09.2016 by Matthias Wagener & filed under Landed

≈ English version see below ≈

Man sagt, das es beim Segeln die vorher gemachten Pläne sind, die als erstes über Bord gehen. So war das bei uns auch, denn eigentlich hatten wir uns gedacht, Ende des Jahres 2015 schon in Istanbul zu sein. “Geschafft” hatten wir es nicht mal bis ins Mittelmeer – aber immerhin bis an dessen Eingang, vom Atlantik aus betrachtet.

Bettina und Christian von der BIG BULLY haben uns in Cadiz die Empfehlung mitgegeben, das Englische Gibraltar an Steuerbord liegen zu lassen und in die Alcaidesa Marina von La Línea de la Concepción zu gehen, nach Spanien also.

Die Marina ist groß, günstig und hier liegen einige Livaboards zum Überwintern und viele Boote, deren Crews sie über die Wintermonate hier eingemottet haben. Es gibt Fingerstege in gutem Zustand und die ganze Anlage wirkt, als wäre hier großes geplant gewesen – und dann scheint das Geld ausgegangen zu sein. Die Infrastruktur im Hafen selbst ist eher mäßig entwickelt, eine bereits vorbereitete Fläche für Läden wurde nie bebaut und bietet so nur leicht überwachsene Betonflächen zum Skateboarden.

Aber zum Ortskern von La Linea sind es nur 10 Minuten zu Fuß. Nach Gibraltar geht’s auch fix über die Grenze, über das Rollfeld des Flughafens und schon ist man im Englischen Seglerparadies und auf dem “Affenfelsen” – dazu später mehr.

Wir lernen schnell die anderen Crews kennen, die hier überwintern – für einen Tapetenwechsel müssen wir den Hafen gar nicht mehr verlassen, nur das Boot wechseln. Es ist immer wieder spannend, die unterschiedlichen Wege kennen zu lernen, die schließlich zum Umzug auf ein schwimmendes Zuhause geführt haben. Mal mit Kindern, mal im Ruhestand – eins ist festzuhalten: abgesehen von Peter, der auch noch eine aktive Firma hat, sind wir die einzigen, die Montag bis Freitag arbeiten 🙂 Ach nee, nicht ganz: Karen vom Englischen Katamaran PILGRIM kann in Gibraltar sogar einige Wochen als Sozialarbeiterin die Bordkasse auffüllen – arbeiten wie in der Heimat, bei den ganzen Winter über gemäßigten Temperaturen.

Auffällig hier sind übrigens die vielen Hitchhiker, die Mitfahrgelegenheiten auf die Kanaren suchen. Wir finden es schon etwas spät im Jahr, und die Jungs und Mädels schlafen (mit oder ohne Zelt) am Strand, in der Nähe der Pontons, um einlaufende Schiffe nicht zu verpassen und am Besten gleich die Leinen anzunehmen – für den guten Eindruck!

Jedenfalls gibt es nach wie vor Boote, die auf ihr Wetterfenster warten für den 4-5 Tage-“Sprung” auf die Kanaren und gern bereit sind, ein weiteres Paar helfender Hände mitzunehmen. Wir beherbergen an zwei besonders ungemütlichen Abenden zwei sehr nette Pärchen, jeweils für eine Nacht gibt’s Pasta und eine warme, trockene Koje – und im Gegenzug spannende Geschichten und tolle Gesellschaft.

Am Ende jeder Saison sind ja unterschiedlichste Arbeiten nötig, unsere VAST soll einige neue Opferanoden bekommen, der Propeller muss gereinigt werden und wir wollen das Antifouling am Heck etwas weiter bis nach hinten streichen – da, wo die Wellen den lieben langen Tag am Rumpf entlanglaufen, bildet sich schnell ein grüner Algenbelag. Dafür mussten wir aus dem Wasser, das sah so aus:

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Unsere “gute Seele” als Unterstützer für die anfallenden Arbeiten und für das eine oder andere Ersatzteil war übrigens Eric. Eric Oosthuizen ist selbst als Segler aus Südafrika hier gelandet und nach einiger Zeit in Almerimar hat es ihn nach La Linea verschlagen. Er kennt sich aus, hat guten Kontakt zur benachbarten Werft und freut sich über Weiterempfehlungen – bei uns war alles super! Nur unsere Französischen Gasflaschen konnten wir hier nicht auffüllen, das ging dann über einen Kontakt von Eric aber später in Estepona 🙂

Der Winter war lang, auch wenn wir für ca sechs Wochen auf Heimaturlaub waren. Für Abwechslung haben wir mit regelmäßigen Ausflügen über den Affenfelsen gesorgt (einmal längs rüber von der Marina aus bis zu den Mediterranean Steps und zurück, ca 20 KM) und mit leichten sportlichen Einlagen, meistens der gleichen Laufstrecke immer am Ufer der Bucht entlang, ca sechs KM in etwas schnellerem Tempo 🙂 Allerdings wurden Trainigseffekte in unseren zwei Lieblingsläden schnell wieder zunichte gemacht: zum einen war da der “little Caravan”, der einige Zeit direkt in der Marina stand und neben günstigem Cava auch nettes Frühstück und Crepes, manchmal auch große G&Ts angeboten hat. Zum Anderen gibt es eine etwas versteckte Tapas-Bar in La Linea, das La Chimnea. Ein Laden, der gar nichts für Veggies ist, um so besser geeignet, um die verschiedenen gegrillten Fleischsorten zu testen.

Das Wetter war übrigens bis auf Ausnahmen durchgehend gut. Es gibt regelmäßig ziemlich starke Winde aus Ost, seltener aus West. Die Westlagen sind schwierig für die Marina, da sie nach Westen und damit zur weiten Bucht offen ist. Zweimal stieg die Windgeschwindigkeit bei Westlage bis auf über 50 Knoten, da waren gute Rückdämpfer wichtig. Aber im allgemeinen war die Marina sicher und eben sehr geschützt vor den Ostwinden. Schon im Januar war wieder regelmäßig T-Shirt- und Short-Wetter, das ließ sich super gut aushalten.

Für die VAST waren vor allem die Begegnungen mit den anderen Crews ein echtes Highlight im vergangenen Winter.

Wir sind gespannt, wie es dieses Jahr wird.

≈ English version ≈

It’s a saying that plans made while sailing first go overboard. And it happened to us.

Actually we had intended to be already in Istanbul at the end of 2015 . We did not even make it into the Mediterranean–but at least reached its entrance.

Bettina and Christian from the BIG BULLY, who we met in Cadiz, recommended to leave the English Gibraltar to starboard and head on to Alcaidesa Marina of La Linea de la Concepcion, Spain. So we did, thanks folks!

The Marina is big and quite cheap and you find a lot of Livaboards wintering here plus many boats mothballed for the winter. There are finger pontoons in good condition, and the whole area looks as if there had been great plans here – and then the money went out.

The infrastructure in the port itself is moderately developed–an area already prepared for shops was never built, thus offering only slightly overgrown concrete areas for skateboarding.

But the center of La Linea is only a 10 minute walk, Gibraltar’s border is close by, just a walk on the tarmac at the airport and you are in the English sailor’s paradise and up the “Monkey Rock”–more on that later.

We quickly learn to know the other crews, which “hibernate” here–for a change, we must not leave the port, only change the boat. It’s always exciting to get to know the different ways that ultimately led to the move to a floating home. Some families with children, some retired couples–one is for sure: apart from Peter, who also runs a company, we are the only ones who do Monday to Friday work 🙂 Oh no, not quite: Karen from English catamaran PILGRIM earned some money as as a social worker in Gibraltar–for her like working back home in England with moderate temperatures 🙂

Noticeable here: lots of Hitchhikers, looking for a ride to the Canaries. We found it a bit late in the year, and the boys and girls slept (with or without a tent) on the beach, near the pontoons in order not to miss incoming ships, in best case take their lines when mooring for the good impression!

Anyway, there are still boats that are waiting for their weather window for 4-5 day “jump” to the Canaries and are willing to take another pair of helping hands. On two particularly unpleasant evenings we accommodate two very nice couples, each for one night’s warm, dry bed and some pasta–and in return, thrilling stories and great company.

The end of each season brings also work on the boats, for VAST it should be some new sacrificial anodes, cleaning of the propeller and a change of the waterline leading the antifouling further below the stern–where the waves run along each day, leading to rapid growth of algae. For that we had to take her out–have a look:

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Our “good soul”, support for the necessary jobs and for one or another spare part, was Eric. Eric Oosthuizen came to Spain as as sailor from South Africa. After some time in Almerimar he now lives in La Linea. He knows his stuff, has good contact with the adjacent yard and is happy about personal recommendations–so, for us everything went great! Only our French gas cylinders could not be filled here, but was possible in Estepona, also via contact through Eric.

The winter was long, even if we were for about six weeks home leave. For variety, we made regular trips on the Monkey Rock (even along ‘over from the marina up to the Mediterranean Steps and back, about 20 KM) and with slight sporting deposits, mostly the same running track always on the shore of the bay along, ca six KM in slightly faster pace 🙂 However Trainigseffekte were quickly made to our two favorite stores canceled out: on the one hand there was the “little Caravan”, which stood for some time directly in the marina and by favorable Cava also nice breakfast and crepes, sometimes large G & T has offered. There Secondly a somewhat hidden tapas bar in La Linea, La chimnea. A shop is nothing for veggies, the better suited to test the various grilled meats.

The weather was way up on exceptions consistantly good. There are regularly rather strong wind from the east, from rare West. The West layers are difficult for the Marina, since it is open to the west and thus to the wide bay. Twice the wind speed increased with West facing up to over 50 knots as good rear dampers were important. But in general, the Marina was safe and just very protected from the easterly winds. Back in January, was regularly again T-shirt and short weather that could be withstand super good.

For the VAST especially the encounters with the other crews were a real highlight last winter.

we are excited to see how it is this year.